Das Interview mit der Ersten Digitalen Feelgood Managerin

Das Interview mit der Ersten Digitalen Feelgood Managerin

Als ersten Beitrag im neuen Jahr 2016 möchte ich mit Dir heute ein Interview teilen, dass Dich mehr über das Feel Good Management erfahren lässt. Viele Grüße und alles Gute für ein glückliches und gesundes neues Jahr!

Hallooo 🙂 ! Ich war vor kurzem so happy, als Carmen Fries meiner Anfrage für ein Interview zustimmte und wir somit auch unser erstes gemeinsames Projekt im FGM „angehen“ konnten. 🙂 Meine Fragen dafür entwickelten sich aus meiner bisherigen Arbeit und sind mir immer wieder gestellt worden. Um den Menschen einen Mehrwert zu bereiten, habe ich also eine weitere Expertin auf diesem Gebiet um ein Interview gebeten…

Carmen_Christin Kopie - KopieWir beide sind im Feelgood Management mit ähnlichen Ansätzen unterwegs und haben dabei dennoch unterschiedliche Schwerpunkte. Das macht die Arbeit so unglaublich vielfältig und den Kontakt und Austausch mit Carmen Fries so bereichernd. Das schätze ich sehr und danke ihr sehr dafür! Umso mehr freue ich mich, Dir jetzt dieses Interview präsentieren zu können. Carmen plant die Erste Digitale Feelgood Academy für Assistentinnen und schaffte es mit ihrer Fanpage bei Facebook in kürzester Zeit auf über 40.000 Likes. Mit ihren erfrischenden Beiträgen und Kommentaren erreicht sie jeden Tag viele Menschen auf der ganzen Welt. Wir sind in all den Gruppen und durch den Austausch mit den Interessierten am Feelgood Management auf einem gefühlt guten Weg, mehr Lebensqualität in die Welt zu bringen – ob am Arbeitsplatz oder überhaupt im Alltag und ich freue mich darauf, weiter mit ihr zu wachsen und viel Neues rund um unser Herzensthema angehen und schaffen zu können. Für mehr Wohlbefinden, Glück und Zufriedenheit…für jeden von uns! 🙂

Herzlichst,

Deine Christin

 

1. Liebe Carmen, was bedeutet das Feel Good Management für Dich und was meinst Du kann es für Menschen im beruflichen Alltag bewirken?

Für mich ist gelebtes Feel Good Management vor allem eine Frage der eigenen Haltung und ein Führungsstil, der den Menschen als Unternehmenswert sieht und nicht als austauschbaren Leistungsträger. Ich arbeite seit 23 Jahren und noch nie stand das Wohlfühlen am Arbeitsplatz so klar im Fokus wie heute. Menschen können wirkungsvoller denn je ihre Arbeit selbst gestalten und bestimmen.

Diese Entwicklung begrüße ich sehr und bin glücklich, dass ich die nächsten 20 Jahre meiner Berufstätigkeit in einer sich vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt wandelnden Berufswelt frei gestalten darf.

Das Feel Good Management unterstützt die Gesundheit des Menschen in seinem Arbeitsumfeld und bezieht dabei alle Aspekte seines Lebens – auch die privaten – ein. Das Ergebnis sind glücklichere MitarbeiterInnen, die sich für ihre Arbeit begeistern und dabei dauerhaft gesund und leistungsfähig bleiben.

2. Wie erklärst Du, was Du tust und in Zukunft vorhast, Menschen, die von Feel Good Management noch nie etwas gehört haben?

Ich stelle mich als Expertin für Arbeitsglück vor, die in einer Stabstelle alle MitarbeiterInnen einschließlich der Geschäftsführung einbezieht, um im Unternehmen Strukturen und Prozesse zu implementieren, die eine wertschätzende Arbeitskultur fördern.

Wenn MitarbeiterInnen partizipieren, sich danach wohler fühlen und lieber zur Arbeit kommen als vorher – und das Unternehmen seine Rendite steigert, habe ich einen guten Job gemacht.

 3. Seit wann bist Du in diesem Themenfeld unterwegs und wie wurdest Du überhaupt darauf aufmerksam? Was hat Dich dabei am meisten angesprochen?

Im Sommer 2013 recherchierte ich im Internet und las den ersten Artikel über den Job einer Feel Good Managerin. Als ich den Jobtitel zum ersten Mal sah, war ich skeptisch und hätte im Traum nicht gedacht, dass ich 3 ½ Jahre später Gründerin der ersten Jobbörse für Feel Good Managerinnen bin und eine Online-Academy für Feel Good Managerinnen aufbaue.

Ich habe mich schon immer gerne um das Wohl meiner Vorgesetzten und des Teams gekümmert. Als ich diesen Jobtitel sah und die Stellenbeschreibung las, spürte ich, dass ich dies schon immer tat und zuerst zu meiner eigenen Feel Good Managerin werden möchte. Ich hatte inzwischen gelernt, dass ich Menschen dann dauerhaft am glücklichsten machen kann, wenn ich selbst glücklich bin.

 4. Was ist Deine Vision, wenn Du an feelgood@office® in den nächsten 5 Jahren denkst?

Ich sehe feelgood@office® als eine internationale Online Academy, in der sich Expertinnen aus Office Jobs zeit- und ortsunabhängig zur Feel Good Managerin weiterbilden können.

Auf der ersten Jobbörse nur für Feel Good Managerinnen „Finde deine Feelgood Managerin“ können sie dann direkt ihren eigenen Traumjob finden, indem sie entweder ihr eigenes Stellengesuch einstellen oder dort das passende Unternehmen kontaktieren.

 5. Was sind Deiner Meinung nach die Voraussetzungen, damit Feel Good Management erfolgreich in einem Unternehmen implementiert werden kann?

Aus meiner Sicht steht und fällt die Implementierung mit dem Grad der Partizipation im Unternehmen. Wie bei allen strategischen Grundentscheiden, lässt es sich natürlich am besten einführen und auch leben, wenn die Geschäftsführung den Gedanken des Feel Good Management verinnerlicht hat und dies in ihrer Haltung täglich zeigt bzw. vorlebt.

Ohne die MitarbeiterInnen geht nichts. Sie bilden mit der Geschäftsführung das Team, um das Feel Good Pflänzchen wachsen und erblühen zu lassen. Es ist eine Win-Win Situation: Glücklichere MitarbeiterInnen identifizieren sich mehr mit ihrem Arbeitgeber und sind motivierter. Das Unternehmen wird wirtschaftlich erfolgreicher.

 6. Magst Du uns wissen lassen, was sich für Dich persönlich vor allem beruflich aber eventuell auch privat verändert hat, seit Du damit arbeitest und FGM lebst?

Meine wohl wichtigste Erkenntnis ist, dass ich selbst wirksam Einfluss auf mein eigenes Arbeitsglück nehmen kann – auch, wenn sich das äußere Umfeld nicht ändert. Mein eigenes Glück am Arbeitsplatz ist mein „Geheimrezept“, um auch positiv auf mein Umfeld zu wirken.

Das prägendste Kompliment war das meiner Chefin: „Carmen, ich bin sehr froh, dich als meine Feel Good Managerin zu haben.“ Meine beruflichen und privaten Beziehungen haben sich verbessert, ebenso meine Beziehung zu und mit mir selbst.

 7. Gibt es auch für Dich Tage, an denen es Dir dennoch nicht ganz gelingt, danach zu leben? Und siehst Du einige Menschen jetzt auch anders?

Ja, die Tage gibt es. Der Unterschied zu früher ist, dass das höchstens einen Tag andauert. Ich habe mich auch in letzter Zeit schon selbst dabei ertappt, dass ich „miesepeterig“ unterwegs war. Im nächsten achtsamen Moment frage ich mich dann selbst, ob es der Weg ist, den ich gehen möchte und überlege, wie oft ich an diesem „schlechten“ Tag gelacht habe. Wenn die „Lachquote“ zu niedrig ist, weiß ich, dass etwas falsch läuft und kehre häufig leise schmunzelnd zurück auf meinen Feel Good Weg der Wahl.

 8. Was ist in Deinen Augen die beste „Strategie“, Menschen hier zu erreichen?

Ich lebe nach dem Motto „Do more of ONLY what makes you happy“. Zu feelgood@office® sagt mein Kopf „ja“ und zeitgleich folge ich das erste Mal in meinem Leben zu 100% meiner Intuition und meinem Herzen. Wenn ich mit meiner Arbeit Menschen in ihrem Arbeitsglück unterstützen und das Feel Good Management bekannter machen darf, freue ich mich sehr.

Primär geht es mir jedoch immer darum, selbst auf mein eigenes Feelgood zu achten und das zu tun, was ich liebe. Der Rest fügt sich – ganz sicher. Ich denke, dass ich keine große Strategin bin und „einfach nur meinem Herzen folge“. Vielleicht habe ich ja doch eine Strategie: Ich bin zuerst meine eigene Feel Good Managerin ;-).

 9. Was sind Deine Erfahrungen, wenn Du „Neulingen“ oder einfach Interessenten über dieses Themenfeld erzählst? Eher Begeisterung, Skepsis oder gar Ablehnung?

Die Reaktionen variieren – von Offenheit bis hin zu Ablehnung. Wenn ich Ablehnung spüre, dann höre ich genau hin und versuche zu verstehen, warum das so ist. Meist ist es so, dass die „Neulinge“ über den Begriff Feel Good Management stolpern – so, wie ich es anfangs auch tat. Ich erlebe es hingegen nie, dass jemand diesen Führungsstil ablehnt, wenn er die Mission dahinter sieht. Einzig über den „Namen des Kindes – Feel Good Management“ sind sich nicht alle einig.

 10. Wo siehst Du eventuell doch mögliche Grenzen des Feel Good Managements?

Grenzen liegen für mich klar in den Leistungen, die eine Feel Good Managerin erbringen sollte. Wird beispielsweise von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin eine Massage gewünscht, ist meine Empfehlung, dass die Feel Good Managerin hierfür ein firmenweites Konzept erarbeitet und entsprechende Dienstleister vorschlägt, anstatt die Massagen eventuell selbst zu geben.

Eine Feel Good Managerin fördert eine positive Arbeitskultur. Sie ist niemals dafür verantwortlich! Die Arbeitskultur eines Unternehmens wird von allen Beschäftigten – inklusive der Geschäftsführung – geprägt. Die Feel Good Managerin implementiert Strukturen und Prozesse, damit gutes Arbeiten mit glücklicheren MitarbeiterInnen gelingt. Wie erfolgreich sie das tun kann, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Unternehmensführung für Arbeiten auf Augenhöhe mit dem Team bereit ist und ihre Arbeit unterstützt.

11. Was wünschst Du Dir in diesem Punkt für die Zukunft und worin siehst Du die größte Chance?

Ich wünsche mir viele UnternehmensleiterInnen, die erkennen, dass Glück am Arbeitsplatz kein „Hirngespinst“ ist. Fitte Unternehmen werden von fitten Führungskräften geführt, die ihre Führungsaufgabe als Dienstleistung an den MitarbeiterInnen und KundInnen sehen.

Dieses Zitat von Gabor Janszky, Trendforscher und Autor von «2025 – So arbeiten wir in der Zukunft» könnte meine Erwartungen für die Zukunft nicht treffender ausdrücken: „Dass der Mitarbeiter sich wohlfühlt, muss in Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein.“ Aus meiner Sicht konnten ArbeitnehmerInnen noch nie hoffnungsvoller in die Zukunft schauen. Auch der 6. Kondratieff-Zyklus belegt dies: Wir gehen dem Zeitalter der psychosozialen Zukunft entgegen.

Fitte UnternehmerInnen erkennen, dass ihr Erfolg in Zukunft von Innovation, Kreation und Effizienz abhängt. Effizienz mag sich mit Maschinen steigern lassen. Für Innovation und Kreation braucht es Teams, die sich wohlfühlen, ihr Potenzial abrufen und sich gegenseitig fordern bzw. fördern dürfen. Hierzu trage ich als Feel Good Managerin gemeinsam mit meinen BerufskollegInnen bei.

 

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen, liebe Carmen, und dass wir unseren LesernInnen und InteressentenInnen unser Herzensthema durch dieses Interview hoffentlich ein weiteres Stück näher bringen konnten! Ich freue mich auf den weiteren Austausch mit Dir. :-)

 

Über uns:

 

Carmen

Carmen Fries ist Chief Feelgood Officer bei die „Erste Digitale Feelgood Managerin“ und Gründerin von feelgood@office®. Sie plant die erste digitale Academy für Assistentinnen rund um das Feelgood Management.

Ihr Motto: „Glück ist (d)eine Entscheidung!“

 

Christin2Christin Prizelius ist Wirtschaftspsychologin im ersten Online Institut für ganzheitliches Feel Good Management und Positive Psychologie und Gründerin der Marke Mee(h)r Feel Good®.

Ihr Motto: „Wir müssen unsere Zeit hier als Werkzeug benutzen, nicht als Couch.“  John F. Kennedy

 


 

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