„10 Gründe, warum der Karfreitag ein guter Einstieg in ein veganes Leben sein kann“

Gastbeitrag von Kerstin Konrad

Kerstin Konrad ist studierte Gesundheitsmanagerin und vegane Ernährungstrainerin. Durch ihre tägliche Arbeit sowohl in Einzelberatungen als auch als Fachberaterin im Reformladen hat sie es sich zum Ziel gemacht, für ihre Kunden die passende Ernährungsform zu finden, um wieder mit Genuss eine neue Esskultur zu entwickeln und zu leben. Aus persönlicher Erfahrung heraus weiß sie, wie kontrovers das Thema des Veganismus und die Kommunikation zwischen verschiedenen Esskulturen sein kann. Sie bietet Online Einzelberatungen an, wie man seine Ernährung in 3 Monaten problemfrei umstellen und in Frieden kommunizieren kann.

Die Osterzeit kann eine wunderbare Zeit für die Regeneration sein. Sich selbst etwas Gutes zu tun, den Körper von Ballast zu befreien und dadurch neue Kräfte zu tanken, dafür eignet sich der Frühling hervorragend. Genauso kann auch der Umstieg auf eine vegane Ernährung zu lang ersehnten Zielen – sei es gesünder leben, die Umwelt schonen oder sich endlich im Körper wohlfühlen – führen. Gesundheitsmanagerin und vegane Ernährungstrainerin Kerstin Konrad weiß, worauf es bei veganer Kost ankommt. Folgende 10 Gründe verraten, warum es sich lohnen kann, sich vegan zu ernähren.

1. Vegane Kost bereichert unsere Ernährung

Sprechen wir von veganer Ernährung, so setzen wir neben dem Körper auch unseren Geist und Seele an erster Stelle. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, in seinen Alltag vegane Gerichte leichtfertig zu integrieren.

Der Körper wird je nach Gericht mit reichlich Nährstoffen versorgt und man steigert somit die eigene Vitalität, da Lebensmittel verwendet werden, die dem eigenen Körper besser bekommen.

Oft wird der Geschmackssinn mit den verschiedensten Gerichten auch wieder neu kalibriert und gibt den Genuss am Essen zurück.

2. Vegane Ernährung ist individuell

Sich vegan zu ernähren bedeutet nicht, direkt den gesamten Ernährungsplan umzustellen, sondern durch nur einzelne Änderungen am Speiseplan kann dies in eine gesunde, wohltuende Richtung lenken – wie zum Beispiel den Cholesterinspiegel zu senken. 

Im Sinne des Karfreitags, an dem üblicherweise Fisch verzehrt wird, kann man diesen als Anlass nehmen, seinen Fleischverzehr schrittweise zu minimieren, bewusst vegane Tage einzubauen und zunehmend pflanzliche Produkte auf dem wöchentlichen Speiseplan zu integrieren. Die Umstellung auf eine vegane Ernährung soll als sich eröffnende Möglichkeit und nicht als Einschränkung wahrgenommen werden. Die Integration muss somit in Teilschritten erfolgen, damit keine Überforderung und Frustration entsteht und die Umstellung nachhaltig bestehen bleibt.

3. Speisen mit hoher Nährstoffdichte

Vollwertige, pflanzliche Lebensmittel tragen sehr zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Die hohe Nährstoffdichte und die geringe Energiedichte vieler pflanzlicher Lebensmittel tragen unter anderem zum eigenen körperlichen Wohlbefinden bei, da unverarbeitete, pflanzliche Lebensmittel zudem viele gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe – wie Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, komplexe Kohlenhydrate, Vitamine, etc – enthalten. 

Doch darf der Geschmack nicht zu kurz kommen. Denn wenn etwas nicht schmeckt, wird man sich viel schwerer tun, es im Ernährungsplan aufzunehmen, auch wenn es gesund ist. Daher sind genussvolle Speisen das A und O, um nachhaltig eine Vollwert-Ernährung im Alltag auszuführen.

4. Saisonale Lebensmittel als Teil einer Vollwert-Ernährung

Eine Vollwert-Ernährung inkludiert in der Regel pflanzliche Lebensmittel, die gering bis gar nicht verarbeitet wurden und keine oder nur wenige Zusätze enthalten. Die Inhaltsstoffe stammen vorwiegend aus ökologischem Anbau und beinhalten vorwiegend regionale und saisonale Zutaten, wodurch sich auch die Produktpalette, je nach Jahreszeit, unterscheiden kann. Lokale Bauern werden unterstützt und die Vielfalt der Lebensmittel, je nach Saison hilft in anderen Ländern eine wirtschaftliche Ausbeutung zu mindern.

5. Umweltbelastung wird berücksichtigt

Aus Gründen der Sozialverträglichkeit ist eine pflanzenbasierte Ernährung vorteilhaft. Dahingehend zielt der ökologische Anbau darauf ab, bei der Herstellung der Lebensmittel die Umwelt zu berücksichtigen. Chemische Dünger- und Spritzmittel werden nicht eingesetzt. Gentechnik ist verboten. Das oberste Prinzip ist das Denken und Handeln in Kreisläufen.

Der ökologische Landbau weist eine deutlich geringere Umweltbelastung gegenüber der konventionellen Landwirtschaft auf. Ökologisch erzeugte Lebensmittel enthalten im Vergleich zu konventionell erzeugten Lebensmitteln tendenziell mehr sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien sowie weniger unerwünschte Inhaltsstoffe wie Pestizidrückstände. Der Kauf von Bio-Lebensmitteln ist umweltschonender.

Eine weniger belastete Umwelt (Boden, Wasser und Luft) kommt auch der individuellen Gesundheit zugute. Reduzieren wir unseren wöchentlichen Fleischverzehr, so kann zum Beispiel mehr Ackerfläche für den eigenen Getreideanbau genutzt werden. Für 1Kg Rindfleisch werden 7Kg Getreide benötigt. Nutztierhaltung hinterlässt einen großen ökologischen Fußabdruck und die daraus resultierenden Schäden (z.B: erhöhter Methanausstoß) sind nicht im Preis der im Supermarkt erhältlichen Produkte mit einkalkuliert.

Die intensive Tierhaltung und deren Folgen führen bei Tieren, Menschen und deren Nachkommen zu Leiden und bei Umwelt und Klima zu beträchtlichen nur teilweise reversiblen Schäden.

6. Fair gehandelte Lebensmittel

Vegane Lebensmittel aus dem Bio- und Reformladen werden in der Regel fair gehandelt, sodass alle Involvierten davon profitieren können und dadurch werden auch Ressourcen geschont. Bei den Produkten aus dem Bio- und Reformladen werden neben Produktionskosten auch Sozial- und Umweltkosten mit einkalkuliert. Obendrein werden unter anderem Ausbeute der Natur, Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit vorgebeugt. Der Zusammenschluss einer nachhaltigen Herstellung macht die Vollwert-Ernährung zu einem besonderen Genuss, da sie meist auch hochwertiger und geschmackvoller ist. 

 

7. Trägt zum Tierwohl bei

Eine pflanzliche Vollwert-Ernährung trägt natürlich auch zum Tierwohl bei. Die Massentierhaltung ist ein System, das tagtäglich unnötiges Leid verursacht, Menschen, die in Schlachthöfen arbeiten, mit psychologischen Schäden zurücklässt und bei vielen ist der ethische Aspekt der Grund zur Ernährungsumstellung. Die Lebensbedingungen der Tiere sind sehr trostlos und oft sehen sie das erste Mal Sonnenlicht, wenn sie auf dem Weg zum Schlachthof sind.

Ein Huhn aus der Massentierhaltung hat mehr Platz in einem Backofen als in ihrem ganzen Leben in einem Stall. Kühe geben Milch, wenn sie Kinder haben, wie auch wir Menschen. Somit werden sie immer wieder aufs Neue geschwängert, die Kälber werden ihnen nach der Geburt entrissen, damit der Mensch eine Muttermilch trinken kann, die gar nicht für ihn bestimmt ist. Schweine lieben es im Dreck zu wühlen, doch sie sind gezwungen, ihr kurzes Leben auf einem harten Vollspaltenboden zu verbringen, bis sie für ein Schnitzel sterben müssen.

8. Geringere Veredelungsverluste

Hinzu kommen geringere Veredelungsverluste, wie beispielsweise beim Getreide, als bei einer Ernährung auf Basis von tierischen Lebensmitteln. Der Primärenergieverbrauch ist daher höher, wenn tierische Produkte hergestellt werden. Bezüglich der eingesetzten Primärenergie ist die vegane Ernährung vorteilhafter.

9. Köstliche Fleisch-Alternative

Vegane Ernährung eignet sich ideal dafür, um sich bewusster zu ernähren und die Ernährung zu genießen. Die Zutaten sind fein ausgewählt und es gibt viele verschiedene Lebensmittel, die auf pflanzlicher Basis hergestellt sind und sich sehr gut als Fleischersatz eignen.

10. Verpackungswahnsinn Ade

Achten wir mehr auf die regional verfügbaren Lebensmittel, muss es nicht immer gleich Bio sein, sondern kann am besten beim Bauern vor Ort oder in lokalen Märkten, die Produkte aus der Region anbieten, erworben werden. Wenn eine Auswahl zwischen verpackten und unverpackten Lebensmitteln besteht, dann sind viele Produkte aus dem veganen Bereich lose oder in recycelter Verpackung wiederzufinden. Jeder kleine Schritt in diese Richtung reduziert unsere Umweltbelastung.

Fazit

Der Karfreitag kann sehr gut dazu beitragen, um sich auch weiterhin einen Tag in der Woche vegan zu ernähren und dies gegebenenfalls noch zu erweitern. Eine schnelle Ernährungsumstellung wird meist fehlschlagen und eher zu Bekömmlichkeitsstörungen führen, daher sollte zusätzlich auf regelmäßige Essenszeiten geachtet werden sowie Menge, die Art wie gegessen wird und gründliches Kauen. Wichtig ist, im Zuge einer veganen Ernährung etwas Wohltuendes für sich selbst zu entdecken und die Bereicherung genießen zu können

In diesem Sinne danke ich Kerstin für diesen wunderbaren Gastbeitrag und die tollen Inspirationen.

Von Herzen ein schönes und friedliches Osterfest -für Mensch und Tier-,

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