Einladung zu Lia Rienzis Blogparade – „#Wut ausdrücken und annehmen“

Einladung zu Lia Rienzis Blogparade – „#Wut ausdrücken und annehmen“

Wir alle kennen dieses Gefühl, es ist nicht angenehm und dennoch natürlich: WUT! Wann sind wir wütend? Doch zum Beispiel wenn etwas als ungerecht empfunden wird (oh ja, da ist mein Empfinden sehr stark ausgeprägt), wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt wurden oder etwas Falsches gesagt und getan wurde und wir uns persönlich angegriffen und verletzt fühlen. Doch was hat WUT jetzt mit Positiver Psychologie – also meinem Themenschwerpunkt zu tun?! Lias Blogparade ist eine Einladung, unser Bewusstsein zu steigern und einen neuen angemessenen Umgang mit Wut zu finden, und dafür ist die Positive Psychologie bestens geeignet… 🙂 Ich habe dabei länger überlegt, wie ich diesen Artikel aufbaue, und mich dann dazu entschlossen, mal ein bisschen persönlicher zu werden und Dich auch diesbezüglich mal mit in meine Kindheit zu nehmen…

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und spüre meine Wut eigentlich zunächst im Bauch. Jeden Tag arbeite ich mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammen – Menschen mit vielen verschiedenen beruflichen Hintergründen, Lebensgeschichten und Bedürfnissen. Wir tauschen uns aus, teilen unser Wissen, aber manchmal diskutieren wir auch. Je nach Charakter und Persönlichkeit wird es lauter und bestimmter, andere wiederum äußern sich gar nicht und werden immer ruhiger. Eines aber ist bei allen Menschen gleich: Wut macht etwas mit uns und kann auf Dauer sogar gesundheitsschädlich sein.

Nun bin ich vor dem Hintergrund der Positiven Psychologie unterwegs, habe inzwischen viel gelernt, mit diesem Gefühl umzugehen, und versuche das auch anderen zu vermitteln. Dennoch gibt es durchaus Situationen im Alltag, die mich so richtig wütend machen. Und dann meine ich so richtig richtig. Im zweiten Gedankengang macht es mich allerdings noch wütender, dass es ich überhaupt wütend macht. 🙂

In meiner Kindheit habe ich mir selbst gegenüber immer viel Wut gespürt, das erinnere ich. Ich war oft wütend, weil ich dachte, dass ich nicht gut genug bin und man mich deshalb nicht genug lieb hat. Immer und immer wieder wollte ich mir und anderen etwas beweisen und war dann wütend, dass man nicht reagiert hat wie erwartet und erhofft.

Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr gelernt, mit diesem Gefühl umzugehen und zu hinterfragen, was es mir eigentlich sagen möchte und was ich tun muss, damit es wieder schwächer wird. Das Thema Gerechtigkeit ist bei mir ein sehr zentraler Punkt! Und ich brauche nicht weit schauen: jeden Tag finde ich irgendetwas nicht richtig oder denke „Boah, das ist jetzt aber ungerecht!“.

Nach dem Abitur fing ich an Jura zu studieren und wollte Mensch und Tier zu ihrem Recht verhelfen. Allerdings stellte ich mehr und mehr fest, dass mein Gerechtigkeitsempfinden selten der Gesetzeslage entsprach und meine Klausurvorbereitung und Hausarbeitenbearbeitung nicht darin bestand, anhand des Sachverhalts mit rechtlichen Argumenten eine Lösung zu erarbeiten, sondern zu schauen, welche Rechtsauffassung der Professor vertritt, um dann entsprechend mit Glück zu bestehen. Meistens ging es irgendwie gut, aber gut anfühlen tat sich das nicht. Je mehr ich dann nach dem Jurastudium abbog in die psychologische Richtung wurde ich dann auch gnädiger mit mir selbst – und anderen. 🙂

Meine Erfahrung, Wut auszudrücken

Wir Menschen haben ein Bedürfnis nach Wertschätzung und Anerkennung, also dass uns jemand mag. Und in diesem Zusammenhang spielt unser Selbstwertgefühl eine große Rolle, mit dem ich von Kindesbeinen an im Konflikt stand. Wenn wir über ein sehr geringes Selbstwertgefühl verfügen, sind wir besonders verletzlich und  angreifbar.

Studien haben dabei gezeigt, dass negative Emotionen sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit auswirken und sogar dem Herz schaden können. Beispiele für negative Emotionen wie Feindseligkeit, Angst oder eben Wut. Aber was passiert innerlich? Wut lässt sich Ärger und Zorn abgrenzen und hat ähnliche Auswirkungen auf den Körper wie Stress. Auch in Situationen, in denen wir Wut empfinden, produziert unser Körper Stresshormone wo Noradrenalin und Adrenalin. Werden diese auf Dauer nicht abgebaut oder stauen sich an, kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen. Wenn Menschen zu häufigen Wutausbrüchen neigen, spricht man oft von Cholerikern.

Die Wut ist eine unserer Grundemotionen neben u.a. Freude, Angst oder Traurigkeit. Beruflich ist meine Erfahrung vor allem in Mobbingfällen vor arbeitsrechtlichen Hintergründen, dass es Menschen hilft, ihre Wut angemessen auszudrücken, Entspannungsverfahren zu lernen oder mit positiven Affirmationen und Imaginationen anzugehen. Nicht selten holen sich Menschen dafür Begleitung oder therapeutische Unterstützung. Das erfordert aber zunächst überhaupt die Bereitschaft dazu, dann die bewusste Wahrnehmung und Fähigkeit, entsprechend zu reagieren und sich auf diesen Prozess einzulassen.

Ich schreibe nun sehr gerne und wenn es um meine Herzensthemen geht, geht mir das auch sehr locker und schnell von der Hand. In diesem Artikel aber habe ich immer wieder eine kleine Hemmschwelle gespürt wie „das schreibt man jetzt so nicht, das tut man nicht, veröffentliche das bloß nicht so…“. Es ging also um gesellschaftliche Tabus. Aber das Leben ist nun mal nicht rosa-rot und diese Gefühle gehören genauso dazu. Basta! Und weiter ging es…

Obwohl ich mich nun lange darin trainiert habe, sicher viel gelesen und gelernt habe, gibt es dennoch auch Momente, da bin ich so hart zu mir, dass die Unterlagen vom Schreibtisch fliegen, ich schreiend ins Kissen beiße oder mit der Faust auf den Tisch haue. Dann war die Grenze einfach überschritten und danach ist auch wieder gut. Aber ich habe auch gelernt, mir das zu erlauben, wenn ich danach alles wieder bereinige und mit mir selbst wieder in Balance bin.

Meine Erfahrung, Wut anzunehmen

Wenn ich davon spreche, Wut anzunehmen, meine ich nun hauptsächlich, dass ich es mir bewusst erlaube, auch mal wütend zu sein und, dass das auch andere sehen und wissen dürfen. Eine Zeit lang habe ich zwar anderen immer eingestanden, auch mal wütend sein dürfen, mir selbst aber eher selten (Und da spreche ich von meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn 😉 ). Und wieder: „Das gehört sich nicht, das tut man nicht… Contenance!“

Meinen Kunden und Klienten erzähle ich im Rahmen des Stressmanagements, dass sie sich etwas suchen sollen (vor allem, wenn sie in nervenzehrenden und kräfteraubenden Jobs tätig sind), womit sie ihre Spannungen wieder loswerden und abbauen. Einige gehen joggen, andere zum Krafttraining, wiederum andere suchen den Spaziergang in der Natur oder die Yogastunde im Rehacenter. Und auch hier die eigene Strategie zu finden, wäre meine Form des Umgang mit Ärger. Nicht das Leugnen und auch nicht der Kampf: Wut ist natürlich und Wut darf sein – im Rahmen!

Meine Schlussfolgerung

Ich sage mir, dass wir alle Menschen sind, mit eben unseren unterschiedlichen Bedürfnissen und unterschiedlichen Charakteren und Persönlichkeiten, unserer eigenen Geschichte und unserem einzigartigen genetischen Material. So unterschiedlich, wie unsere Wahrnehmung und Empfindung sind, so unterschiedlich ist auch der Umgang damit und jeder sollte sich das in dem Rahmen erlauben – so lange er Mensch und Tier nicht schadet. Wut ist etwas sehr subjektives, man trägt für den Umgang mit seiner Wut eine gewisse Verantwortung und mit diesem Bewusstsein sollte in meinen Augen jeder in der Welt unterwegs sein…

Es war jetzt durchaus eine Erfahrung der „etwas anderen Art“, diesen Artikel zu verfassen, aber auch spannend für mich, meine Gedanken und Gefühle dabei zu beobachten, danke dafür, Lia… 🙂

Herzliche Grüße,

Deine Christin

 

Wenn Du mehr über die Blogparade erfahren oder vielleicht auch mitmachen möchtest, schau unbedingt hier vorbei: http://www.liarienzi.com/einladung-zur-blogparade-wut-leben/

 

 

Über Lia Rienzi

 

img_7527Als Coach und Bloggerin inspiriert Lia Dich, die Vielfalt deiner inneren Wahrheit zu entdecken: „Zeige der Welt wer Du wirklich bist. Erschaffe ein Leben was Dir entspricht.“

„Vor ein paar Jahren machte ich mich auf die Suche nach meiner eigenen Wahrheit. Nach dem, wer ich wirklich bin und einem Leben, was mich vollends erfüllt und mir wirklich entspricht. Dieser Schritt hat mir gezeigt, dass wir vertrauen dürfen. Mein Leben fühlt sich jetzt so viel echter und stimmiger an. Ich tue heute so viel mehr von dem, was mich wirklich ausfüllt und begleite seitdem Menschen auf genau so einem Weg. Auf der Entdeckungsreise nach deinen tief verborgenen Herzenswünschen, einem selbst bestimmten Leben und viel mehr Lebensfreude. Kurz gesagt nach deiner inneren Wahrheit…“

Mehr über Lia und ihren Blog

 

 

2 Kommentare

  1. Lia Rienzi

    Liebe Christin,

    vielen Dank für deinen inspirierenden Beitrag und das Teilnehmen an der Blogparade. Das Thema aus dem Aspekt „mit Gerechtigkeitssinn“ zu beleuchten, finde ich spannend und ich kann mir vorstellen, dass sich andere in deinem Beitrag wiederfinden.

    Herzliche Grüße,

    Lia

    • christinprizelius

      Liebe Lia,

      ich freue mich sehr dabei zu sein und bin gespannt, was noch so an Beiträgen dazu kommt. 😉
      Vielen lieben Dank für die Rückmeldung und ich freue mich auf den Austausch!

      Herzliche Grüße zurück,
      Christin

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